Lucha Libre

Die Arena Mexico fasst rund 16.000 Zuschauer, anwesend war vielleicht 1/10. Laut Ticket war mein Sitzplatz im oberen Rang Sitz #30. In Mexiko läuft aber vieles anders. Man gibt dem Platzanweiser einfach noch ein paar Pesos und schon sitzt man wo man will. Ein Schelm wer hier an das böse K-Wort denkt.

Auf dem Programm standen sechs Kämpfe, wobei ein Kampf i.d.R. aus drei Runden bestand.

Glücklicherweise haben wir immerhin den ersten so gut wie verpasst, denn wirklich große Unterschiede zwischen den einzelnen Kämpfen sind mir nicht aufgefallen. Unterm Strich sieht man also mehrfach den selben Schmarrn. Einzig die Anzahl der Masken nimmt gegen Ende der Veranstaltung ab.

Wenn die stolze Männlichkeit ihren Testosteronspiegel demonstriert, indem sie sich gegenseitig mit der flachen Hand auf die Brust schlägt, damit es möglichst laut klatscht, dann können das die Damen natürlich erst recht.

Mit genug Alkohol intus tauchen hier viele Anwesende in dieses Spektakel ein und lassen sich zu lautstarken Ausrufen wie

  • Chinga tu madre (fick deine Mutter)
  • Pinche joto (scheiß Schwuchtel)
  • Pinche naco (Dummschwätzer (aus gehobenem Hause))
  • Pinche simeo (blöder Affe)
  • Maricon (Schwuchtel, Tunte)
  • Rómpele su madre (“wörtlich” zerstör seine/ihre Mutter; sinngemäß Schlag ihn/sie zu Brei)
  • Puto (Puta ist die Hure/Schlampe, Puto die männliche Form)

hinreißen. Mehr Alltagsvokabular findet sich hier und hier.

Für alle die immer noch der Meinung sind Hulk Hogan, Bret Hart, Randy Savage, 1-2-3 Kid oder der Undertaker hätten damals richtig gekämpft. Nein, das haben sie nie. Ich muss zugeben bei den Fernsehbildern kommen die Schläge ins Nichts nicht so rüber, aber live kann man das nicht übersehen.

Exakt den Mist, den ich ertragen musste, findet man doch glatt im Netz.

Um 19 Uhr ging es am Hostel los, um 22:15 Uhr waren wir zurück. Satte drei Stunden verblödete Zeit.

Pro-Tipp

  • So ein Wrestlingmatch kann man sich ruhig sparen. Stinkende Sitznachbarn sind jetzt nicht so der Hit.
  • Zum Lernen von Schimpfwörtern sind “sportliche” Großveranstaltungen wiederum hervorragend.