Zonks!

Das gezeigte, normalerweise randvoll gefüllte, Schnappsglas gibt es in auf Fisch spezialisierten Restaurants. Es wird aus einer Thermoskanne ausgeschenkt, das noch bevor überhaupt irgendwas bestellt wurde, ist entsprechend heiß und heißt caldo de camarón. Man kriegt’s schon runter, aber genießen konnte ich es nicht. Die Mexikaner pressen mindestens eine Limone ins Glas. Da kann mir doch keiner erzählen, dass es ihnen selbst schmeckt.

Auf einer Streiftour durch die mexikanischeren Ecken von Mexiko Stadt (nördlich und östlich vom Stadtzentrum Zócalo ) bin ich über caña gestolpert. In der Erwartung, dass man mir schon nichts verkaufen wird, das man nicht essen kann, habe ich zugeschlagen.

Die ersten Bissen sind süß und schmackhaft, aber danach kaut man nur noch auf Holz. Ab diesem Punkt spuckt man das Ganze auch aus, aber in einer Stadt in der Mülleimer Mangelware sind…kaut man eben weiter und schluckt das Zeug Faser für Faser herunter. Nach dem dritten Stück war Schluss, ich habe schließlich nicht mal ansatzweise die Kaumuskulatur eines Paranthropus aethiopicus.

Den bisher größten Zonk habe ich aber bei meinem Ausflug zu den prismas basálticos gezogen. Es war dunkel, cerveza konnte ich gerade noch erkennen und woher hätte ich denn ahnen sollen, was andernorts alles als Bier bezeichnet wird. Die (indian) pale ale Plörre aus dem Land der unbegrenzten kriegerischen Möglichkeiten hat mir schon nicht getaugt, aber das hier schreit nach einem internationalen Reinheitsgebot.

Ganze drei Stunden habe ich mit der halben Dose gekämpft. Den Rest habe ich weggeschüttet. Ich bin ja aufgeschlossen für Neues. Verstehe ich nur die Hälfte, wird trotzdem bestellt. Aber seit diesem Geschmacksverbrechen lasse ich zumindest was Biere betrifft, Vorsicht walten. Clamato ist übrigens Tomatensaft, -sauce.