Während in Deutschland die Gesetzeslage eine frühkindliche, ökonomische Entfaltung untersagt, können sich hier schon Kleinkinder entdecken. Das geht vor allem auch deswegen, weil man sie nicht wirklich in Bildungseinrichtungen zwingt. Es gibt eine theoretische Schulpflicht bis zum 14. Lebensjahr, aber die ist eben nur theoretischer Natur. Was die persönliche Freiheit und Verantwortung betrifft, ist man hier also sehr liberal unterwegs.
Das spiegelt sich auch im Gesundheitswesen wider. Eine verpflichtende, gesetzliche Krankenversicherung gibt es nicht. Dafür allein müsste der Staat wissen, wer in was für einem Beschäftigungsverhältnis steht. Was er aber nicht tut. Das bringt den Vorteil mit sich, dass ich hier (auch wenn es mir mein Touristenvisum offiziell nicht erlaubt) einer Arbeit nachgehen könnte. Allerdings wozu? Mit einem 450 € Job verdient man in Deutschland etwa so gut wie ein Ingenieur hier (10.000 MXN).
Ohne Krankenversicherung zahlt man folglich seine Behandlungen aus eigener Tasche, vor allem weil sich kaum jemand eine private Krankenversicherung leisten kann.
Ansonsten ist die mexikanische Gesellschaft als solches sehr offen und aufgeschlossen. Jahr für Jahr kommen aus den Nachbarländern neue billige Arbeitskräfte ins Land, die dadurch natürlich das Lohnniveau im Keller halten. Man stelle sich den Aufschrei in Deutschland vor, wenn Millionen von deutschsprachigen Ausländern ins Land kämen und die Vision von goldenen Wasserhähnen zum Platzen brächten.
