Sylvester

Im Hochland war es mir zu kalt und so ging es früher als geplant weiter nach Tapachula. Die Busfahrt führt über Passstraßen, an zig Wegelagerern vorbei und über gefühlt 500 topes, also Bremsschwellen. Dabei ist es hier generell üblich nach einer Schwelle sofort wieder Vollgas zu geben, auch wenn die nächste wirklich nicht weit ist. Durch das ständige Abbremsen und wieder Beschleunigen wird einem dann leicht übel. Deswegen habe ich so langsam überhaupt keine Lust mehr auf die scheiß Busfahrerei.

Tapachula selbst bietet überhaupt nichts außer der Möglichkeit mit Tica Bus nach Guatemala zu gelangen.

Sylvester “feierte” ich mit dem Pärchen und ich fühlte mich schon fast wie daheim. Er schlief am Tisch ein, sie spuckte auf den Boden und stellte auch sonst unter Beweis, dass sie den Knigge nicht nur gelesen hat, sondern auch praktiziert. Es fehlte nur am Alkohol. Das Feuerwerk war für eine Stadt mit 200.000 Einwohnern nicht der Rede wert. Geböllert wurde schon die ganze Zeit und mit den Raketen waren sie überpünktlich. Wo sie doch sonst immer etwas gemächlicher sind. Um Viertel nach Zwölf war dann bereits alles vorbei. Ich sag’s mal so, wenn die Hinterecke mal wieder dreht, bringt sie mehr auf die Beine.

Noch ein Wort zu meiner luxuriösen Unterkunft, dem Hakeemi Hostel. Besser gesagt ein Bild.

Man sollte nicht den Fehler machen und von den zwei Wasserhähnen auf Warmwasser schließen, das gibt es nicht. Das ist bei Temperaturen von 30-50 °C auch nicht nötig. Als Putzmuffel finde ich das Design des Badezimmers ganz praktisch, da kann niemand verlangen es auf Hochglanz zu bringen. Vielleicht sollte ich mir die Nummer vom verantwortlichen Fachmann geben lassen.