Mamas Reiseroman

Mein Mexiko-Aufenthalt, der keineswegs wie versprochen, durchorganisiert war. Nach einer guten Landung fuhren wir mit dem Taxi zum Hostel. Der Fahrer würgte den Motor an einer Ampel ab und das wollte nicht mehr anspringen. So schob der Fahrer seinen Kleinbus samt Insassen wieder an. Am nächsten Tag ging es mit dem Mietauto weiter. Die Natur hier ist prächtig! Riesengroße Palmen, blühende Bäume und Kletterpflanzen, die man sonst nur aus Büchern kennt. Chichén Itzá ist eine Touristenhochburg und total überlaufen. Unzählige Verkaufsstände und man fragt sich wer das alles kaufen soll. Meine großen “Freunde” die Leguane gibt es hier auch öfter zu sehen. Sie sind aber friedlich. Uxmal dagegen ist ruhig, viel schöner und größer und man darf die Pyramiden auch besteigen.

Wenn man so durchs Land fährt, sieht man überall nur Müll, der fleißig verbrannt wird. Auch die Randstreifen an den Straßen werden abgefackelt. Hier wird scheinbar nichts gemäht. Überall stehen Leute, die etwas zu Essen verkaufen, wie z.B. frische Ananas, geschälte Mandarinen, Mangos und vieles mehr.

Der Ausflug nach Holbox war super. Wir sind am Strand entlang gelaufen und haben die wunderschönen Farben des Meeres auf uns einwirken lassen. Das Wasser ist angenehm warm.

Die Hostels selbst sind sehr unterschiedlich. Bei manchen muss man Glück haben, dass es Wasser zum Duschen und zum Spülen gibt. In anderen roch es teils modrig feucht. Es wird auch ohne Rücksicht auf Gäste geflext, gehämmert und geklopft. Wo das nicht zutrifft, sind es die Hostelgäste selbst, die bis morgens um 3 Uhr Radau machen. Das Frühstück besteht meistens aus Kaffee, Tee, Toast, Butter, Erdbeermarmelade evtl. Cornflakes. Bei manchen gibt es auch Obstsalat oder Bananen.

Izamal hat auch einiges zu bieten. Eine große Kirche, eine Pyramide, Pferdekutschen, die bunt geschmückt sind, und deren Pferde Hüte tragen. Irgendwie lustig anzusehen. Hier aß ich Hähnchenfleisch in einer schwarzen Soße.

Cenoten gab es auch jede Menge zu sehen. In Dzitnup machten wir Bekanntschaft mit street food. Wir aßen undefinierbares Zeug, das nicht schmeckte.

In Mérida wollte der Platzcheriff das Auto abschleppen. Neugierig woher das Tatü kommt, guckte ich zur Straße und alarmierte Thorsten, der gerade duschen wollte. Er unterhielt sich mit dem Abschleppwagenfahrer und musste dann bis zur Weiterfahrt nur die Warnblinkanlage einschalten.

Andernorts kamen wir in eine Polizeikontrolle. Thorsten sollte einen Alkoholtest machen, den man bei uns so nicht kennt. Hände vor den Mund und hineinhauchen. Das war ein Gelächter hinterher!!

Der zweite Kontakt mit der Polizei war eine Geschwindigkeitsüberschreitung in der 30er Zone. Das kostete so 25 €.

Auffallend sind die vielen streunenden Hunde, die es hier gibt.

In manchen Orten sieht man Leute, die Dosen oder Plastikflaschen einsammeln.

Auf den Häusern stehen große Wassertanks für den Haushalt. Trinkwasser gibt es in 20 l Behältern. Gespült wird mit scharfen Mitteln wie Domestos und anderes stinkendes Zeug.

Die Tankstellen sind mit Personal, das die Autos betankt und die Scheiben putzt, was jeweils Trinkgeld wünscht.

In den Tourismushochburgen wird natürlich schon darauf geachtet, dass es gepflegt aussieht. Von unserem Hostel in Cancún das im Stadtteil pok ta pok liegt, sind wir zur Hotelzone gelaufen und kilometerlang dem Strand gefolgt. Es waren sicherlich 15 km, die wir durchs Wasser gewadet sind. Überall werden Massagen angeboten. Zurück fuhren wir mit dem Bus. Das war auch ein prägendes Erlebnis. Der Fahrersitz war ein alter Gartenstuhl, hinten wurde der nicht benutzte Sicherheitsgurt verknotet. Die Musik lief auf voller Lautstärke. Ein Junge an der Tür winkte die Fahrgäste in den Bus. Der Fahrer kassierte, fuhr gleichzeitig und sortierte nebenbei noch Fahrscheine. Vom Schaltknüppel aus konnte man auf die Straße gucken.

In Playa del Carmen besuchten wir das Frida Kahlo Museum, das ist die mexikanische Malerin. Das Hauptmerkmal auf ihren Bildern sind die ausgeprägten Augenbrauen und ein leichter Damenbart.

Die Autos, die man hier teilweise sieht, wären bei uns schon längst aus dem Verkehr gezogen und auf dem Schrottplatz. Steinschläge in den Scheiben sind keine Seltenheit.

In Valladolid hatte sich ein Mann in mich verguckt und mir ein Bier spendiert. Die Jukebox fleißig mit romantischen Liedern gefüttert und mitgesungen.

In Mérida waren wir abends im La Bierhaus. Oberbayerisch angehaucht.

Auffallend sind die vielen topes zur Geschwindigkeitsreduzierung. Unfall sahen wir keinen auf den langen Fahrtstrecken, die oft zig Kilometer nur geradeaus gehen und leicht ermüdend sind. Die vielen Wendemöglichkeiten auf der Autobahn gibt es bei uns nicht. Auch sind viele Fußgänger, die die Fahrbahn überqueren unterwegs.

Die Busse nehmen auch außerhalb der Haltestellen Leute mit. Man muss nur Handzeichen geben.

Handelsketten wie OXXO haben teils 24 Stunden geöffnet, die großen Supermärkte bis 22 Uhr. Die vielen Straßenhändler würden sicherlich mehr Sachen verkaufen, wenn sie die Leute in Ruhe schauen ließen und nicht ständig nerven würden.

Die Mexikaner lieben Musik. Überall stehen große Lautsprecherboxen an den Ständen und Lokalen.

Alles in allem war es sehr interessant und 1 Reise wert! Mein kleiner Kolibri wird mich daran erinnern.

Adios