San José

Aus Nicaragua bin ich geflüchtet, weil es mir viel zu laut und dreckig war und in San José ist es nochmals lauter, aber immerhin nicht so heiß. Die Stadt hat ein Nationalmuseum das auch etwas bietet, Schmetterlinge mit Futtertrog.

Durch den Besuch weiß ich endlich, das tamal männlich ist. Und das Costa Rica keine Armee mehr hat.

Etwas gänzlich Unvorstellbares für Exportnationen. Wie soll denn der KMW seine Demokratiebringer, der H&K sein Selbstverteidigungswerkzeug oder Airbus seine Aufklärungshandlanger an den Mann bringen, wenn wir uns ebenfalls diesen Wahnsinn leisten würden und die Militärausgaben in den sozialen Sektor stecken.

Mit dem Zug wollte ich einen Tagesausflug nach Cartago unternehmen. Am Samstag bin ich gemütlich auf 10 Uhr zum Bahnhof geschlendert. Um dort nachfolgenden Aushang vorzufinden.

Dann warte ich eben. Um 13:30 Uhr kam ich zufällig wieder am Bahnhof vorbei und da warteten doch glatt zwei Züge. Einen für jede Richtung. Die fuhren dann auch prompt ab und die Bahnhofsaufsicht klärte mich auf. Das war der letzte Zug für heute nach Cartago. Der nächste fährt erst wieder am Montag. Nur gut, das ich nicht eingestiegen bin.

Dem Typ von der Rezeption habe ich die Story später auch erzählt und er meinte nur:

Relax, you’re not in Europe anymore. Things work differently here.

Danach war ich kurz davor ihm eine zu relaxen, denn immerhin war die Zugfahrt seine Idee.