Nationalpark Corcovado

Nach dem ganzen Großstadtdschungel bzw. Tourihotspots war ich richtig glücklich im Nirgendwo angekommen zu sein. Auf der Straße hatte mich die Maya abgepasst und um ein paar Colones für ihre Welpen gebeten. Die Maya ist Deutsche und astreines RTL2 “Die Auswanderer” Material. Sie greift selbstverständlich nur deshalb zum Alkohol, weil die Kauleisten mit fester Nahrung nichts mehr anfangen können. Die Rezeptionistin meinte es wäre wahrscheinlich besser, wenn sie wieder nach Deutschland zurückkehren würde, woraufhin ich ihr vehement widersprach. Immerhin hat sie es hier schön warm und außerdem kümmert sich doch sonst niemand um die armen Hunde!

Das Nirgendwo ist ein offenes Holzhaus ohne Internet, ohne Strom, aber mit eigener Quelle. Zu essen gibt es was man mitgebracht hat und zum Spielen zwei Jahre alten Kompost.

So wie es die zwei Volunteers Nacho und Reka vormachen. Ihr vermutet richtig. Als Volunteer durchwühlt man Scheiße.

Auf insgesamt rund 14 km langen Wegen kann man in die Natur eintauchen, wenn man denn Acht gibt. Gelang mir nicht so. Ich war viel barfuß unterwegs und hatte meine Mühe mit den herumliegenden Faszienrollern. Mir liefen ein Wildschwein, ein Rebhuhn, ein erbärmlich kletternder Ameisenbär, ein paar Frösche und Libellen, zig Vögel, noch wesentlich schönere Schmetterlinge und allerhand Insekten über den Weg.

Womit ich überhaupt nicht rechnete, war der Geräusch Lärmpegel. Was Krach machen kann, macht Krach.

Allerhand Viecher geben ununterbrochen ihre Kontaktanzeigen zum besten.

40h alt, Selbstversorger mit Bausparer und nur noch 20h zu ertragen, sucht für gemeinsame Stunden: EGAL

Auf Nacht sind die Schreihälse schon heiser, aber relativ gesehen ist es nachts genauso laut wie am Tag.

Ohne Gehörschutz geht da nichts.

Nach meiner zweiten Wandertour durch den Wald und der Rückkehr im Flussbett durfte ich mich von 14 Blutsaugern befreien. Damit erlosch meine kurzzeitig aufgeflammte Idee, mich doch noch auf den Weg nach Tortuguero zu machen, wieder völlig. All der Aufwand wegen Zwei- oder Dreifinger-Faultiere, wo ich doch daheim sogar welche mit fünf Fingern kenne.

Bevor man mit dem Gedanken liebäugelt bei einer auf Amis zugeschnittenen Tour, d.h. motorisiert (Segway, Motorcross, Quad, Buggy), für viel Geld mitzugehen, geht in den Wald!