Der Antrag ist durch, die Hinreise gebucht und dann kann es auch schon losgehen. 12 Monate Land und Leute kennenlernen. In der Praxis ist nach ein paar Wochen die Kohle alle und dann buckelt man freudestrahlend für den Mindestlohn im Weinberg, auf Kiwiplantagen, auf dem Bau als Ampel oder in der Fabrik. Unter Arbeitsbedingungen, die man daheim niemals hinnehmen würde, aber hier ist das natürlich eine einzigartige Erfahrung, wegen der man ja ursprünglich losgezogen ist. Immerhin hat man ja schon nach 8 Wochen gelernt seine Wäsche zu waschen. Wer weiß was da noch alle geht? Man muss einfach offen für alles sein.
Mit dem ersten ertäglichen Job wird man dann schnell sesshaft und ehe man sich versieht, sind die 12 Monate auch schon wieder vorbei. Von Land und Leuten sah man nur etwas in den ersten Wochen und vor der Abreise, denn an den arbeitsfreien Wochenenden ist man zu kaputt zum Reisen und der Erholungsurlaub wird in SOA verbraucht, man will schließlich etwas von seinem Geld haben. Nach 9 Monaten Arbeiterhostel kann man sich dann auch fliesend mit Franzosen, Koreanern, Japanern und anderen nicht englischen Muttersprachlern unterhalten. Vorausgesetzt die gefühlt 100.000 Deutschen lassen es zu.
Wieder zuhause versucht man sich mit ärztlicher Hilfe die von der unergonomischen, körperlichen Arbeit verursachten Gebrechen wieder los zu werden und jetzt sollte jedem einleuchten, weshalb der Spaß eine Altersbeschränkung hat. A propos zuhause. Bei uns fährt man dieses Konzept übrigens auch. Heißt nur anders. Travel & Work.
Nach Neuseeland zieht es viele weiter nach Australien. Das liegt wohl am australischen Charme.
